Was gibt's Neues?

Was passiert, wenn die Kühe zu wenig Milch geben?

- Woher kommt die Milch? von Angelika Raymann

Liebe Kundinnen und Kunden,

Transparenz ist uns sehr wichtig! Darum möchten wir Sie darüber informieren, wie wir mit Schwankungen bei der Milchanlieferung umgehen.

Wir holen die Milch für unsere Meierei mit unserem eigenen Sammelwagen von den 33 Höfen unserer Bauerngemeinschaft aus Schleswig-Holstein, dem westlichen Mecklenburg und dem nördlichen Niedersachsen. Diese Milch verarbeiten wir zu Trinkmilch, Naturjoghurt und Butter. In der Milchanlieferung, aber auch im Absatz gibt es immer wieder starke Schwankungen, beispielsweise durch den Weideaustrieb im Frühjahr oder saisonale Nachfrageschwankungen bei den Verbrauchern. Schnell kann es Ausschläge von +/-10 % und mehr geben. Diese Schwankungen auszugleichen ist daher eine sehr wichtige Aufgabe. Deshalb sind in der Milchbranche Ver- und Zukäufe von Milch zum Ausgleich dieser Schwankungen die Regel.

Uns ist jedoch wichtig, dass wir ausschließlich die Milch unserer eigenen Betriebe verarbeiten. Um dies sicherzustellen betreiben wir einen sehr großen organisatorischen und finanziellen Aufwand. Nur in absoluten Ausnahmefällen wie z.B. einem Produktionsausfall durch einen Maschinenschaden ist der anschließende Zukauf zum Ausgleich der fehlenden Menge von regionalen Bioland-Partnern für uns akzeptabel. Unser Ziel ist es, zu mindestens 99,5 % nur die Milch unserer Höfe zu verarbeiten. Bisher haben wir dies immer erreichen können! Diese Zielsetzung ist auch einer von mehreren Gründen, weshalb wir beispielsweise unseren Naturjoghurt ohne Magermilchpulver produzieren. Wir stellen Magermilchpulver nämlich nicht selbst her.

Im Sommer und Herbst 2018 kamen wir aufgrund der schweren Dürre und der daraus resultierenden niedrigeren Milchleistung der Kühe leider vorübergehend in die Situation, Bioland-Rohmilch von anderen Molkereien zukaufen zu müssen. Die insgesamt zugekaufte Menge entspricht etwas weniger als 2 Prozent unserer verarbeiteten Milchmenge. Deshalb konnten wir 2018 unser selbstgestecktes Ziel, ausschließlich eigene Milch zu verarbeiten, leider nicht erreichen. Das ist für uns eine große Enttäuschung, und wir arbeiten intensiv daran, künftig auch in extremen Situationen keine Milch zukaufen zu müssen, damit auch weiterhin gilt: Unsere Milchprodukte – in Norddeutschland erzeugt, verarbeitet und vermarktet. Etwas anderes kommt für uns nicht in die Tüte.