Für artgerechte Tierhaltung nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und unseren Überzeugungen

Das Wohl unserer Kühe liegt in der Verantwortung der Höfe unserer Bauerngemeinschaft. Wir sehen es daher als unsere gemeinsame Aufgabe, die Haltung und Versorgung der Tiere laufend weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Auf Basis aktueller Erkenntnisse aus Wissenschaft und Beratung sowie der umfangreichen Praxiserfahrungen in unserer Bauerngemeinschaft haben wir deshalb eigene, zusätzliche Qualitätsstandards für unsere Tierhaltung erarbeitet.  Im Fokus stehen dabei

  • die kuhgebundene Kälberaufzucht
  • verbesserte Haltungsbedingungen im Stall
  • eine maximierte Weidehaltung mit mindestens 180 Weidetagen pro Jahr und zusätzlich ganzjährig befestigtem Auslauf am Stall

Um unsere Vorhaben zu realisieren, sind erhebliche Investitionen in neue und modernisierte Ställe, neue Ansätze in der Kälberaufzucht sowie mehr Personal auf den Höfen notwendig. Ziel ist es, die in unseren Qualitätsstandards festgeschriebenen großen Entwicklungsschritte bis 2030 abzuschließen.

Eine artgerechte Tierhaltung ist für uns eine umfassende Aufgabe, die nur im Zusammenspiel der verschiedenen Einzelbereiche gut gelöst werden kann. Die anstehenden Aufgaben und ihre Zusammenhänge möchten wir im Folgenden beispielhaft vorstellen:

Kuhgebundene Kälberaufzucht

Unserer Meinung nach ist eine kuhgebundene Aufzucht aus Tierwohlsicht das erstrebenswerte System: Das Kalb verbringt die ersten Lebensmonate mit der Mutter oder einer Ammenkuh. Das ist finanziell und zeitlich deutlich aufwendiger als die sonst übliche Aufzucht am Nuckeleimer. Den wesentlichen Vorteil einer kuhgebundenen Aufzucht sehen wir jedoch darin, dass die Tiere so ihr natürliches Sozialverhalten ausleben können, da die direkte Interaktion zwischen Kuh und Kalb ermöglicht wird. Deshalb stellen alle unsere Betriebe bis zum Jahr 2025 auf kuhgebundene Kälberaufzucht um. Dann bleiben alle auf unseren Höfen geborenen Kälber (also nicht nur die weibliche Nachzucht) für mindestens 90 Tage bei ihrer Mutter oder einer Amme.

Damit das möglich ist, müssen auf vielen Höfen die Ställe umgebaut, erweitert oder sogar neu gebaut werden. Denn die zusätzliche Zahl an Tieren und die notwendige intensivere Betreuung der Tiere erfordern nicht nur ein aufwendigeres Management als die klassische Kälberaufzucht, sondern auch einen angepassten Stall mit viel zusätzlichem Platz. Dies bedeutet beispielsweise wesentlich größere Strohliegebereiche und ein sog. „Kälberschlupf“, d.h. ein Bereich, in den sich die Kälber zurückziehen können.

Aus diesem Grund – sowie angesichts der erforderlichen Baumaßnahmen mit entsprechenden Vorlaufzeiten (Planung, Genehmigungsverfahren, Bau) – setzen wir die kuhgebundene Kälberhaltung stufenweise um.

Verbesserte Haltungsbedingungen im Stall

Viele unserer Ziele hängen auch unmittelbar davon ab, wie die Ställe gestaltet sind. In neu konzipierten Ställen erhalten die Tiere beispielsweise mehr Bewegungsfreiheit, optimierte Licht- und Luftverhältnisse sowie Liegebereiche mit idealem Liegekomfort, die außerdem auf das Ermöglichen eines natürlichen Aufsteh- und Ablegeverhaltens ausgerichtet sind. Eine bessere Infrastruktur bedeutet aber auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Arbeitsabläufe für die Menschen, die täglichen Umgang mit den Tieren haben. Verbesserte Arbeitsabläufe reduzieren den Arbeitsaufwand für Routinetätigkeiten und schaffen so mehr Zeit für die Tierbeobachtung und die direkte Arbeit mit den Tieren. Das kommt wiederum dem Tierwohl zugute.

Maximierte Weidehaltung an mindestens 180 Tagen im Jahr und Winterauslauf

Weidehaltung ist für uns seit jeher selbstverständlicher Bestandteil unserer Tierhaltung. Das Grasen entspricht der natürlichen Lebensweise der Kühe, und das Außenklima und die viele Bewegung tragen zur Gesundheit der Kühe bei. Deshalb haben wir uns als Gemeinschaft nun das Ziel gesetzt, eine noch längere Weidedauer zu erreichen, um so an mindestens 180 Tagen im Jahr Weidegang zu ermöglichen. Hierzu sind vor allem in den Übergangszeiten deutlich größere Weideflächen sowie erweiterte Triebwege erforderlich. Außerdem ist in den Übergangszeiten eine auf den Zeitraum angepasste Zufütterung notwendig, um die Tiere optimal zu versorgen.

Da im Winterhalbjahr oft kein oder nur ein tageweiser Weidegang möglich ist, werden die Tiere zukünftig zusätzlich eine ganzjährig zugängliche Auslaufmöglichkeit über einen befestigten Laufhof am Stall erhalten. Denn auch in den besten Außenklimaställen nutzen die Kühe gerne zwischendurch die Möglichkeit eines Laufhofs, lassen sich nassregnen, nutzen die dort angebrachten Bürsten oder beobachten das Umfeld.

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